Acryl

Modellage incl.Tips "Step by Step" 

1.​Schritt: Desinfizieren der Hände

Zum Desinfizieren der Hände wird eine Sprühdesinfektion gewählt, da diese sich gleichmäßig verteilt. Wichtig ist hierbei die Desinfektion sowohl der Kundenhände als auch der eigenen, um Übertragungen von Bakterien und Sporen zu vermeiden. Diese Sprühdesinfektionen bestehen zu einem großen Prozentsatz aus Alkohol.

2.Schritt: Bearbeitung der Nagelhaut

Die Nagelhaut wird mit Hilfe eines Metallspatels oder des Pro-Pushers zurück geschoben, nicht geschnitten. Mit Hilfe dieses Werkzeugs wird der Naturnagel von der Nagelhaut befreit. Wichtig ist, dass die gesamte Nagelhaut vom Naturnagel entfernt wird, da es sonst zum Ablösen einzelner Bereiche des Gels kommen kann.

ACHTUNG !!! Bitte vor der Modellage auf keinen Fall Nagelhautentferner zum Einsatz bringen, da dieser nicht nur die Nagelhaut weich macht und diese leicht entfernen lässt, sondern auch für ein Aufweichen des Naturnagels sorgt, was zu erheblichen Liftings führen kann.

3.Schritt: Naturnägel vorab in Form feilen

Die Naturnägel mit einer professionellen Feile leicht oval in Form feilen. Dies ist im weiteren Verlauf für den besten Halt der Tips entscheidend. Beim Arbeiten mit Tips dürfen die Naturnägel höchstens 2 Millimeter über den Rand stehen.

4.Schritt: Glanz entfernen / Mattieren

Die obere Schicht des Naturnagels glänzt. Diese „Glanzschicht“ muss entfernt werden. Hierzu wird ein weißer Sanding-Buffer verwandt oder eine feine 180er Feile. Bitte nur solange mattieren, bis nichts mehr glänzt. ACHTUNG !!! Nicht die Naturnagel-Oberfläche abfeilen!

Unser Tip: Die Nagelplatte vor dem Auftragen eines Gels oder dem Anbringen eines Tips immer vollständig fein anrauhen. Unbedingt auch am Nagelrand gründlich mattieren, da die Produkte nur auf einer „rauhen“ Oberfläche den optimalen Halt erlangen.

5.Schritt: Staub entfernen

Der Staub muss gründlich abgebürstet werden. Hierzu kann ein Staubpinsel oder aber eine Manikürbürste verwendet werden.
Unser Tip: Auch ein guter Rasierpinsel tut hier seinen Dienst.

6.Schritt: Erneutes Desinfizieren der Hände

Nun Desinfizieren Sie die Hände der Kundin erneut. Hierzu nehmen Sie die bekannte Sprühdesinfektion, da diese sich gleichmäßig verteilt.

7.Schritt: Auswählen der Tips

Der Tip wird je nach Form und Wölbung des Naturnagels ausgesucht. Wichtig ist, dass der Tip zu 100% auf den Naturnagel passt. Der Tip darf dabei nicht in die seitliche Nagelhaut stehen, sondern es ist darauf zu achten, dass er genau den Naturnagel in seiner kompletten Breite bedeckt. Dies wird durch das „Anprobieren“ der Tips festgestellt, sprich das Anhalten der Tips an den Naturnagel ohne Kleber. Der Tip ist dann richtig, wenn er wie eine natürliche Verlängerung des Naturnagels wirkt. Er sitzt richtig, wenn er an der Auflagefläche mit der Einkerbung „einrastet“.

Unser Tip: Sollte die Größe des Naturnagels zwischen zwei Tipgrößen liegen, so nehmen Sie den größeren Tip und feilen diesen schmaler.
Unser Tip: Weiter ist darauf zu achten, dass der Tip maximal die Hälfte des Naturnagel bedeckt. Feilen oder Cutten Sie ihn sonst kürzer.
Unser Tip: Feilen Sie den Bereich des Tips, mit dem er auf dem Naturnagel aufliegen wird, schon vor dem Aufkleben etwas dünner. So ersparen Sie sich Feilarbeit beim Feilen des Übergangs zwischen dem Tip und dem Naturnagel.
Unser Tip: Sollte die Wölbung des Naturnagels von der des Tips abweichen, schneiden Sie ein kleines V in die Auflagefläche. Dadurch ist der Tip biegsamer und kann sich dem Naturnagel besser anpassen, was zu weniger Spannungen führt. Diese Tip-Form gibt es auch bereits fertig als so genannte V-Tips zu kaufen.

8.Schritt: Aufkleben der vorbereiteten Tips

Der Tip wird zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten mit der Auflagefläche nach unten. Als erstes geben Sie nun einen Tropfen Kleber auf die Auflagefläche und verteilen diesen gleichmäßig mit der Klebertülle auf der gesamten Auflagefläche. Geben Sie nicht zuviel Kleber darauf, damit der Kleber nicht auf den Tip oder sogar Ihre Hände läuft.

Nun wird der Tip herumgedreht und relativ steil, wir empfehlen einen Winkel von ca. 45 Grad an den Naturnagel herangeführt. Setzen Sie den Tip mit der Stelle auf die Kante des Naturnagels auf, auf der sich kein Kleber befindet. Dann ziehen Sie den Tip langsam nach unten bis er am Naturnagel in der Kerbe „einrastet“. Sobald der Rastpunkt erreicht ist (sie hören es durch ein leises Klicken und spüren es auch in den Fingern), drücken Sie den Tip langsam mit einer Hebelbewegung an den Naturnagel (von unten nach oben, aber nicht hochreißen, achten Sie auf den Rastpunkt) und halten ihn einige Sekunden lang in dieser Position fest. Wichtig ist hierbei das langsame Aufbringen des Tips, so dass sich der Kleber gleichmäßig ohne Bildung von Luftblasen auf der Auflagefläche zwischen Tip und Naturnagel verteilen kann. Im Falle von Kleber-Resten diese mit einem trockenen, fusselfreien Zellstoff-Pad zügig entfernen.

Unser Tip: Bei stark gewölbten Nägeln ist darauf zu achten, dass der Tip vorne an der Nagelspitze perfekt sitzt. Überstehende Reste können dann entsprechend abgefeilt werden.

9.Schritt: Kürzen der Tips

Die Tips werden mit einem Nail-Cutter oder Nagelknipser auf die gewünschte Länge gekürzt. Vorteil des professionellen Nail-Cutters ist hierbei, dass Sie den Tip in verschiedenen Formen abknipsen können und sich so eine Menge Feilarbeit ersparen. Die verbleibenden Ecken entsprechend der gewünschten Nagelform durch Feilen angleichen (In Form feilen).

10.Schritt: Tip an den Naturnagel angleichen

Der auf dem Naturnagel sitzende Tip muss nun so gefeilt werden, dass er fast unsichtbar ist und kein Übergang zu diesem mehr zu fühlen ist.  ACHTUNG !!! : Nur auf dem Tip feilen und nicht auf dem Naturnagel. Hier besteht eine große Gefahr, den Finger zu verletzen, indem die Nagelschichten „durchgefeilt“  werden. Wir empfehlen eine 180er Feile.
Des weiteren wird der Tip mit einer feinen 180er Feile komplett aufgeraut, was eine bessere Bindung zwischen Gel und Tip gewährleistet. Wichtig ist hierbei, dass der Tip komplett matt erscheint. Es dürfen keinerlei glänzenden Stellen mehr ersichtlich sein.
Unser Tip: Zur Arbeitserleichterung empfehlen wir einen Tip-Blender. Dieses Produkt weicht den Tip an , wodurch sich die Feilarbeit deutlich reduziert.

11.Schritt: Staub entfernen

Der Staub muss gründlich abgebürstet werden. Hierzu kann ein Staubpinsel oder aber eine Manikürbürste verwendet werden.

12.Schritt: Fettsperre aufbauen

Wie Sie sicherlich wissen, ist ein PRIMER dazu da, dem Nagel Fett zu entziehen. Haben Sie nun die Nagelhaut ganz zurückgeschoben und den Nagel bis an den Nagelhautrand aufgerauht, fahren Sie mit dem Primer-Stift direkt vor dem Nagelhautrand der Nagelhaut nach, ohne diese jedoch zu berühren.

Lassen Sie nun diese Schicht Primer ca. eine Minute an der Luft trocknen. Jetzt kann die Nagelhaut kein Fett mehr in die Nagelhaut drücken, da sich diese Primerschicht zwischen Nagelhaut und Modellage befindet und somit ein Eindringen des Fettes unterbindet. Dies ist die so genannte Fett-Sperre. Selbstverständlich ist diese bei allen Nägeln notwendig.

Nur bei extrem nachfettenden Nägeln:

Tragen Sie den Primer de Luxe, die flüssige Variante des Primer-Stifts, durch vorsichtiges Tupfen nur auf den Naturnagelbereich auf. Beginnen Sie auf dem Naturnagel in der Mitte und enden Sie kurz vor der Nagelhaut. Der flüssige Primer verläuft auf dem Naturnagel von alleine. ACHTUNG !!! : Beim Primer handelt es sich um ein säurehaltiges Produkt. Lassen Sie die Flüssigkeit nicht in die Nagelhaut laufen, da es sonst unangenehm brennen kann. Nach dem Auftragen den Primer trocknen lassen.

Generell gilt, die mit dem Primer behandelten Stellen nicht mehr mit den eigenen Fingern berühren (Fett!!!).

13.Zwischen-Information: Acryl verarbeiten

Das Acryl wird auf folgende Art und Weise verarbeitet. Mit dem Acryl-Rund-Pinsel der Größe 6,8 oder 10 nehmen Sie Liquid auf und streichen das Liquid aus dem Pinsel wieder soweit aus, dass der Pinsel zwar feucht ist und Flüssigkeit gespeichert hat, aber nicht tropft. Dann streichen Sie mit der Pinselspitze so durch die Oberfläche des Acryls, dass sich auf der einen Seite der Pinselspitze eine kleine Menge Acryl anhäuft. Diese hat nach einiger Übung die Form eines kleinen Bällchens. Ist der Pinsel mit zu viel Liquid getränkt gewesen, ist die kleine Menge Acryl zu flüssig und verläuft Ihnen auf dem Nagel. Ist zuwenig Flüssigkeit vorhanden, ist das Acryl zu trocken. In beiden Fällen besteht die Gefahr, dass Sie Luftlöcher einarbeiten (Pilzgefahr). Diese müssen unbedingt beseitigt werden.

Bei Acryl haben Sie nur wenig Zeit, dieses zu modellieren, da das Pulver-Flüssigkeits-System ein sehr schnell an der Luft trocknendes System ist.

Unser Tip: Drücken Sie beim Modellieren nicht zu sehr auf dem Acryl herum, sondern setzen Sie die Kugel auf und streichen Sie nach vorne aus. Ansonsten drücken Sie das Acryl in die Nagelhaut, was unangenehm für die Kundin ist und dementsprechend ebenfalls zu Liftings führen kann.

Ab dem nächsten Schritt können Sie wählen, ob Sie einen Aufbau mit oder ohne weiße Spitze möchten. Mit weißer Spitze machen Sie bitte weiter mit Schritt 14, ohne weiße Spitze fahren Sie bitte ab Schritt 15 fort.

14.Schritt: Weißes Acryl auftragen

Acryl-Pulver gibt es mit verschiedenen Weißstufen. Je stärker das Acryl pigmentiert ist, desto heller ist sein Farbton. French-Acryle gibt es von milchig weiß bis hin zu leuchtend weiß.

Das Acrylpulver wird nun vorne auf den Tip aufgebracht, in der Regel über den gesamten Bereich des Tips, der über das Nagelbett hinaus übersteht. Dabei bildet man die „Smiling Curve“, die Lächelkurve. Gemeint ist, dass Sie eine Rundung einarbeiten ähnlich dem Naturnagel. So erhalten Sie die weiße Spitze.
Unser Tip:  Wichtig hierbei ist, dass die weiße Spitze dick aufgetragen wird und die Lächelkurve gerade abfällt. Ansonsten entsteht bei der weiteren Verarbeitung eine verschwommene Lächelkurve.

15.Schritt: Klares o. Pinkfarbenes Acryl auftragen

Die kleine Acryl-Kugel hinten auf dem Nagel aufsetzen und ähnlich wie Nagellack ohne abzusetzen nach vorne zum Nagelende streichen (auch über das weiße French-Acryl, sofern eine weiße Spitze eingearbeitet wurde). Dabei darauf achten, dass ca. 0,5 bis 1 mm Platz zwischen Nagelhaut und Kunstnagel verbleiben und das Acryl nicht in die Nagelhaut hinten oder seitlich kommt. Ansonsten dieses sofort mit einem Rosenholzstäbchen entfernen, so dass der angegebene Abstand gewahrt bleibt, da es sonst zu Liftings kommt, da die Nagelhaut das Acryl als Fremdkörper betrachtet und dieses abstößt.

16.Schritt: Nagelform

Es kann nun sein, dass bei der Verarbeitung des Acryls leichte Unebenheiten entstanden sind. Diese gilt es nun zu beseitigen. Dazu benutzen Sie bitte einen feinen Buffer oder eine feine Feile. Dies verhindert auch ein zu dünnes Feilen der Nägel, was sonst Risse und sogar daraus folgende Liftings der Modellage zur Folge haben könnte. Achten Sie auf die Seitenränder. Diese sollten parallel zum Nagelrand sein. Die Feile (180er/180er Körnung) dürfen Sie dabei nicht verkanten oder anwinkeln, da Sie der Kundin ansonsten Ecken und Kanten hineinfeilen, die den Nagel destabilisieren und kurzfristig zu einem Bruch an exakt dieser Stelle führen können, was nicht nur unschön aussieht, sondern meistens durch das Einreißen des Nagels mit erheblichen Schmerzen verbunden ist. Deshalb gilt: An der Nagelseitenwand, soweit nötig, gerade und parallel zum Naturnagel heraus feilen. Auf dem Nagel wird nun so gefeilt, dass die Nagelform die Feilenbewegung vorgibt. Dies bedeutet nicht wahllos von links nach rechts, sondern dem Nagel angepasst in seiner natürlichen Wölbung folgend. So erhalten Sie einen Nagel, der sehr natürlich aussieht.

17.Schritt: Korrektur der Nagellängen

Da Sie jeden Nagel individuell gefeilt haben ist es gerade bei angehenden Nagelmodellistinnen so, dass die Nägel an den beiden Händen etwas unterschiedliche Längen haben können. Um dieses zu umgehen, kontrollieren Sie zuerst die jeweiligen Hände auf gleiche Nagellängen. Dann Halten Sie die einzelnen Finger der jeweiligen Hand über Kreuz gegeneinander. So erkennen Sie direkt noch feine Unstimmigkeiten und beheben diese gezielt durch anpassendes Feilen.

Unser Tip: Versiegeln Sie die Nagelspitze bereits vorab einfach durch den Einsatz Ihrer Polierfeile. Wir empfehlen unseren „Supershiner“ als Feile oder Buffer, da mit diesem die doch recht großen Öffnungen direkt an der Nagelspitze auf ein Minimum reduziert werden und somit weder Wasser noch Schmutzmoleküle in den Nagel eindringen können, was die Gefahr eines Liftings deutlich reduziert.

18.Schritt: Staub entfernen

Der Staub muss wiederum abgebürstet werden. Hierzu kann ein Staubpinsel oder aber eine Bürste verwendet werden.

19.Schritt: Polieren

Die soweit fertig gestellten Nägel werden nun aufpoliert. Entweder wird dies mit Hilfe eines Polier-Buffers oder einer Polier-Feile gemacht, so dass die Nägel  einen perfekten Glanz haben. Unser Tip ist der Supershiner als Buffer, Halbbuffer oder Feile, da dieser sich sehr stark an den Nagel anschmiegt und dementsprechend so das gewisse Etwas hervorbringt, dass Sie in der Qualität Ihrer Dienstleistung unterscheidet.

20.Schritt: Reinigung und Verkleben

Mit dem Fräser wird der Naturnagel von unten gereinigt. Dabei ist Vorsicht geboten: Zum ersten soll nicht der gesamte Naturnagel weggefräst werden, zum zweiten nicht das Nagelbett verletzt werden.
Danach wird die glatt gefräste Unterseite des Nagels verklebt. Dies bedeutet, dass Nagelkleber auf die Unterseite des Nagels aufgebracht wird mit Hilfe eines Rosenholzstäbchens und dort gleichmäßig verstrichen wird. Dies hat zum einen den Effekt, dass die Haltbarkeit der Modellage steigt, zum anderen, das Schmutz, sofern er sich unweigerlich unter den Nägeln sammelt, von der Kundin leichter mit einer Nagelbürste entfernt werden kann.

21.Schritt: Einölen und Handmassage

Nun ist die Modellage abgeschlossen. Zum Ende der Modellage sollten Sie noch Nagelöl auf die Nägel und speziell den Bereich der Nagelhaut geben und dieses Öl einmassieren. Dabei können Sie ruhig auch die Hand massieren. Diese kurze entspannende Handmassage ist ein wohltuender Abschluß.